Hormonelle Kontrazeptiva bei PMS

Mit der Pille gegen PMS?

Eine Behandlung des Prämenstruellen Syndroms (PMS) durch Verhütung? Ja, die Antibabypille zählt zu den möglichen Behandlungsoptionen, die Frauen mit PMS-Beschwerden empfohlen werden. Selbstverständlich nur dann, wenn kein gleichzeitiger Kinderwunsch besteht. 
Bei Beschwerden, die auf einem hormonallen Ungleichgewicht beruhen können, ist naheliegend, dass Hormonpräparate helfen können. Denn mit einem Hormonpräparat wie einer Verhütungspille wird der körpereigene Zyklus unterdrückt Wenn gleichzeitig der Wunsch zum Verhüten besteht, kann der Einsatz von oralen Kontrazeptiva tatsächlich als praktikable und erfolgversprechende Lösung in Betracht gezogen werden.

Leider nicht ganz so einfach und praktisch wie es scheint

Ganz so einfach und unproblematisch, wie es zunächst klingen mag, ist das in der Praxis aber häufig nicht. Durch die Einnahme und Einnahmepause der Pille wird zwar ein sehr regelmäßiger Zyklusablauf erreicht und die Menstruationsblutung ist häufig auch weniger intensiv, wenn es aber um die Beschwerden des Prämenstruellen Syndroms geht, stellen manche Frauen fest, dass sich das Beschwerdebild lediglich verschiebt. Enthält die vom Arzt verordnete Pille beispielsweise einen hohen Östrogengehalt, kann dies das Problem der Brustschmerzhaftigkeit noch verstärken. Somit ist nicht jede Pille ist für jede Frau gleichermaßen gut geeignet. Der Wechsel von Verhütungspillen aufgrund von unerwünschten Wirkungen ist vielen Frauen bestens bekannt.

Ein starker Eingriff in den Hormonhaushalt

Mit der Pille wird nicht für eine Normalisierung des körpereigenen hormonellen Gleichgewichtes gesorgt, vielmehr werden konstante Hormonkonzentrationen „von außen“ zugeführt. Dadurch wird nicht nur die körpereigene Hormonproduktion, sondern auch der körpereigene Regelmechanismus unterdrückt. Die Pille blockiert Eireifung und Hormonproduktion im Eierstock. Das primäre Verhütungsziel wird also durch einen verhinderten Eisprung und lokale Wirkungen in den Eileitern und der Gebärmutter erreicht. 
Während der Körper bei machen Frauen nach Absetzen einer Pille schnell wieder zu seinem eigenen Zyklusablauf zurückfindet, dauert die bei anderen sehr lange. Auch treten die Zyklusbeschwerden nicht selten kurze Zeit später erneut in Erscheinung. Eine dauerhafte Lösung ist die Anwendung von Verhütungspillen daher nicht.

Die richtige Wahl der Pille ist entscheidend

Es gibt zahlreiche Präparate zur hormonellen Verhütung, die alle auf künstlich hergestellten Geschlechtshormonen basieren und sich in ihrer Zusammensetzung und Dosierung unterscheiden. Mikropillen enthalten eine niedrig dosierte Kombination der Hormone Östrogen und Gestagen, in Minipillen wird dagegen nur ein Gestagen als Wirkstoff verwendet.
Außer in Pillenform gibt es die hormonelle Kontrazeption auch als Pflaster, Spirale, Vaginalring oder Depotspritze. Ob und wie sich deren Einsatz zur Linderung von PMS-Beschwerden bewährt, ist allerdings noch unzureichend untersucht In jedem Fall sollten Sie sich von Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt ausführlich dazu beraten lassen.

Zu beachten: Nebenwirkungen und Gegenanzeigen hormoneller Verhütungsmethoden

Bei geeigneter Produktauswahl können PMS-Beschwerden und Zyklusstörungen über die Hormonkonstanz günstig beeinflusst werden. Positive Berichte über weniger Beschwerden, ein verbessertes Alltagsleben, mehr soziale Aktivitäten und eine höhere Zufriedenheit in der Partnerschaft liegen vor. Allerdings wird auch über Nebenwirkungen der Pille geklagt. Diese können sich beispielsweise in Form von Übelkeit, Erbrechen, Zwischenblutungen und Brustschmerzen äußern. Migräne, Stimmungsveränderungen und eine verminderte Libido gehören ebenfalls zum Spektrum der möglichen unerwünschten Wirkungen, die Frauen belasten können. Auch die Anfälligkeit für eine Blasenentzündung (Zystitis) kann durch die durch die Pille ausgelösten Hormonveränderungen erhöht werden. Lesen Sie hier mehr dazu: Blasenentzündung.
Außerdem erhöhen hormonelle Verhütungsmittel bekanntermaßen das Risiko für Blutgerinnsel (Venenthrombosen). Zwar ist die Thrombosegefahr insgesamt gering, kann aber durch bestimmte Faktoren –  wie das Rauchen oder Übergewicht –  deutlich gesteigert werden.
Nicht geeignet ist die Pille für Frauen, die bereits von einer Erkrankung mit Gefäßverschluss betroffen sind oder waren. Auch akute oder chronische Lebererkrankungen sowie ein schwer zu behandelnder Bluthochdruck zählen zu den Gegenanzeigen. Das gilt auch für eine massive Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Pflanzliche Präparate als wirksame Behandlungsoption

Alternativ dazu gibt es aber auch andere, sogar ursächlich wirksame Therapiemöglichkeiten: die Einnahme von geeigneten pflanzlichen Präparaten. Hier sticht vor allem der Mönchspfefferheraus. Er wird auch Keuschlamm oder Vitex agnus-castus genannt und kann den Zyklus harmonisieren, PMS-Beschwerden reduzieren und Regelbeschwerden lindern. Mehr zu dieser Heilpflanze, die bereits in der Antike eingesetzt wurde, finden Sie hier: Mönchspfeffer.

 

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