Der weibliche Zyklus: Ablauf, Hormone, Beschwerden

Ein Balanceakt

Wofür ist der weibliche Zyklus da und wie wird er gesteuert? Warum kommt es überhaupt zur Regelblutung? Welche Hormone beeinflussen den Menstruationszyklus der Frau? Spätestens, wenn Störungen oder Beschwerden auftreten, lohnt es sich, diesen Fragen etwas genauer auf den Grund zu gehen.

Blutung als Regel

Der Lebensabschnitt, in dem eine Frau schwanger werden und Kinder bekommen kann, beginnt mit der ersten Regelblutung (Menarche) und endet in den Wechseljahren mit der letzten Regelblutung (Menopause). Zwischen beiden Ereignissen läuft über Jahrzehnte ein periodisches Geschehen im Körper der Frau ab – mit den immer wieder gleichen Vorgängen. Es wird als weiblicher Zyklus bezeichnet und umfasst die folgenden Schritte:

  • Mehrere Eibläschen (Follikel) reifen im Eierstock, dem sogenannten Ovar heran.
  • Der Schleim im Gebärmutterhals ändert seine Beschaffenheit, um die Passage für die männlichen Spermien zu erleichtern.
  • Gleichzeitig wird die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet. Sie baut sich auf, um die Eizelle aufnehmen zu können.
  • Beim Eisprung (Ovulation) platzt der am weitesten entwickelte Follikel und eine reife, befruchtungsfähige Eizelle wird freigesetzt.
  • Die Eizelle wandert durch den Eileiter in die Gebärmutter.
  • Der geplatzte Follikel wird in einen sogenannten Gelbkörper umgewandelt, der das Hormon Progesteron produziert. Dieses hilft dem Körper, sich auf eine mögliche Schwangerschaft einzustellen.
  • Wenn die Eizelle nicht befruchtet wird und keine Schwangerschaft eintritt, kommt es zum Untergang des Gelbkörpers und zur Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut.
  • Die Regelblutung (Periode, Menstruation) setzt sein.
  • Der Zyklus beginnt von Neuem.

Hormone steuern den Zyklus über fein austarierte Regelkreise

Gesteuert werden diese komplexen Vorgänge im Körper der Frau durch Hormone. Das Zusammenspiel der körpereigenen Botenstoffe erfolgt in fein austarierten Regelkreisen. Das heißt, die Hormone, die an der Steuerung des Zyklus beteiligt sind, beeinflussen sich gegenseitig. Sie stehen in einem Gleichgewicht zueinander, das sich – analog einer empfindlichen Waage – bei Störungen zur einen oder anderen Seite neigen kann. Wir haben Ihnen eine Übersicht der Hormone erstellt:

Östrogene (z.B. Östradiol)

 
  • werden überwiegend in den Follikeln der Eierstöcke gebildet
  • sorgen zusammen mit dem Hormon Progesteron für die notwendigen Um- und Abbauvorgänge an der Gebärmutterschleimhaut, damit sich dort die befruchtete Eizelle einnisten kann
 
Progesteron 
  • wird vom Gelbkörper (Corpus luteum) im Eierstock gebildet
  • dient der Vorbereitung auf eine mögliche Schwangerschaft und deren Erhaltung
 
LH
(luteinisierendes Hormon)
 
  • wird im Vorderlappen der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet
  • stimuliert die Reifung der Eizellen in den Eierstöcken, den Eisprung und die Bildung des Gelbkörpers
 
FSH
(follikelstimulierendes Hormon)
 
  • wird ebenfalls in der Hypophyse gebildet
  • lässt die Eibläschen im Eierstock wachsen und reifen
 
Prolaktin 
  • wird auch in der Hypophyse gebildet
  • stimuliert das Wachstum der Brustdrüse sowie die Milchbildung nach erfolgter Geburt
  • hemmt in erhöhter Konzentration die Freisetzung von GnRH
 
GnRH
(Gonadotropin-Releasing-Hormon)
 
  • wird im Zwischenhirn (Hypothalamus) gebildet
  • bewirkt die Ausschüttung von LH und FSH
 

 

Der Zyklus der Frau verläuft in drei Phasen

Die wichtigsten Fakten zum weiblichen Zyklus:

  • Der Zyklus beginnt definitionsgemäß mit dem ersten Tag der Regelblutung und endet am Tag vor der nächsten Periode
  • Die Menstruation dauert normalerweise über 4-7 Tage an.
  • Die gesamte Zykluslänge variiert zwischen 25 und 31 Tagen, im Durchschnitt sind es 28 Tage.
  • Die Frau verliert dabei ca. 80 ml Flüssigkeit, bestehend aus Blut, Sekreten und Schleimhautresten.

Abweichungen von diesen Parametern sind gar nicht so selten. Hier finden Sie mehr zu Zyklusstörungen und Blutungsstörungen.

Der Menstruationszyklus lässt sich in drei Phasen unterteilen, in denen die Hormone in unterschiedlich starken Konzentrationen im Körper vorkommen:

erste Zyklushälfte

In der Follikel- oder Proliferationsphase dominiert die Östrogen-Wirkung.

Zyklusmitte

In der Eisprung- oder Ovulationsphase erreichen die Hormone FSH, LH und Östrogen ein Maximum. Nach dem Eisprung fallen sie stark ab, während Progesteron kontinuierlich ansteigt.

zweite Zyklushälfte

In der Gelbkörper- bzw. Lutealphase dominiert die Progesteron-Wirkung.

 

Sie sehen also: der weibliche Zyklus ist alles andere als trivial. Tanzt auch nur einer der Spieler aus der Reihe, kann das gesamte Team aus dem Takt gebracht werden.

Das Gehirn agiert als Schaltzentrale

Die Schaltzentrale für den Menstruationszyklus der Frau liegt im Gehirn. Von hier kommen die übergeordneten Steuerungssignale für den Eisprung und den Modus „Schwangerschaft“ oder „normaler Zyklus ohne befruchtete Eizelle“. Wichtige Hormone werden im Hypothalamus und der Hypophyse gebildet. Beide Gehirn-Areale sind eng mit dem restlichen Gehirn verbunden. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass unterschiedlichste Faktoren das Zyklusgeschehen beeinflussen und stören können. Dazu zählen neben hormonellen Veränderungen, ungesunder Ernährung und diversen Krankheiten vor allem psychische Belastungen. So kann beispielsweise emotionaler Stress einen Einfluss auf die Regelmäßigkeit Ihres Zyklus haben.

Ist das Gleichgewicht gestört, können unterschiedliche Beschwerden entstehen

PMS, Kopfschmerzen, Brustschmerzen (Mastodynie), Zyklusstörungen und Blutungsstörungen, zyklusbedingte Unfruchtbarkeit und Regelschmerzen (Dysmenorrhoe) können die Folge einer Dysbalance der Hormone sein. Da mit den Prostaglandinen Schmerzbotenstoffe am Abstoßungsprozess der Gebärmutterschleimhaut wesentlich beteiligt sind, treten nicht selten Bauch- oder Rückenschmerzen als Begleiterscheinung der Regelblutung auf.

Auch das Auftreten einer Blasenentzündung kann durch ein hormonelles Ungleichgewicht begünstigt werden. Lesen Sie hier mehr: Blasenentzündung durch Hormonveränderungen.

Zyklushöhen und -tiefen bewusst durchleben

Zu wissen, welche hormonellen Steuerungsmechanismen Ihre Tage bestimmen und welche Störungen das System durcheinanderbringen können, kann Ihnen helfen, Ihren Körper besser zu verstehen. Sie können geeignete Selbsthilfemaßnahmen ergreifen und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten gegeneinander abwägen. Eine Möglichkeit, gegen Regelbeschwerden vorzugehen, bietet der Mönchspfeffer, auch Keuschlamm oder Vitex agnus-castus genannt. Ihm verdankt das pflanzliche Arzneimittel Agnucaston® seine Wirkung. Agnucaston® kann Ihren Zyklus harmonisieren, PMS-Beschwerden reduzieren und Regelbeschwerden lindern.

Wenn Sie Ihren natürlichen Zyklus gut kennen, können Sie dessen Aufs und Abs bewusst durchleben und für sich nutzen. So soll beispielsweise der Einstieg in eine gesündere Ernährung in der ersten Zyklusphase leichter fallen.

Einen guten Überblick kann das Führen eines Menstruationskalenders geben. Darin können Sie den Zeitpunkt ihrer Periode sowie die Stärke der Blutung festhalten und sich und Ihren Körper so besser kennenlernen. Hier können Sie sich einen Zykluskalender in Verbindung mit einem nützlichen Ratgeber zum Thema Regelbeschwerden herunterladen.

 

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